Zum traditionellen Neujahrsempfang in unserem Ortsverband hatte Ortsbeauftragter Tom Gausmann kürzlich wieder eingeladen.
Gäste
Neben den Helferinnen und Helfern waren Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Nordhorn und des Landkreises Grafschaft Bentheim der Einladung gefolgt.
Es waren Gäste aus der THW-Regionalstelle Lingen, von der Feuerwehr Nordhorn, der Polizei, der Bundespolizei und von verschiedenen Hilfsorganisationen erschienen. Außerdem konnten wir Unterstützende und Freunde des THW begrüßen.
Bevor Tom Gausmann mit dem Rückblick auf das Jahr 2025 aus Sicht des Ortsverbandes startete, sprach er die jüngste Einsatzlage in Berlin an, bei der das THW gleich zu Jahresanfang im Großeinsatz war. Nach einem Anschlag auf das Stromnetz im Süden der Stadt mit einem mehrtägigen Stromausfall, waren dutzende Ortsverbände mit über 900 THW-Einsatzkräften mehrere Tage vor Ort. Auch die unsere Fachgruppe Elektroversorgung war in Voralarm versetzt worden, wurde aber nicht mehr abgerufen.
Rückblick Einsätze
Ein vergleichsweise kleiner Stromausfall alarmierte die Nordhorner Fachgruppe Elektroversorgung am Neujahrstag 2025 in die Nähe von Emlichheim. Im Laufe des Januars traten Fälle von Vogelgrippe im Kreisgebiet auf. Wir hatten eine Fahrzeugdekontaminationsanlage für das Veterinäramt des Landkreises aufgebaut und sorgten für deren Betrieb. Im Februar unterstütze die Fachgruppe Logistik-Verpflegung im Rahmen einer Blindgängerentschärfung die Behörden und weitere THW-Ortsverbände in Osnabrück.
Im April und Mai folgten drei Alarmierungen mit dem Stichwort „Gebäudesicherung“. Eine davon in Folge der Sprengung eines Geldautomaten an der Lindenallee in Nordhorn.
Nach einem Gewitter mit Sturmböen unterstützten wir die Feuerwehr Nordhorn an mehreren Stellen im Stadtgebiet. Es mussten Umgestürzte bäume zerteilt und weggeräumt werden.
Eine Gebäudesicherung und Pumparbeiten wegen Sauerstoffmangels im Wasser an einer Wehranlage an der Nordhorner Innenstadt waren weitere Einsätze im September.
Zwei größere Einsätze im Oktober, bei denen es unter anderem um die großflächige Ausleuchtung der Einsatzstellen ging, gab es mit einer Personensuche in Nordhorn und dem Brand in einer Kleingartenanlage.
Im November unterstützen wir die Polizei bei einer Kontrollaktion an der Autobahn 30 mit zelten und Beleuchtung und es gab wieder Fälle der Vogelgrippe im Landkreis. So wurden erneut Fahrzeuge für das Veterinäramt dekontaminiert. Diese Einsatzstelle steht aktuell noch auf „Standby“.
Anfang Dezember brannte eine Halle eines Nordhorner Entsorgungsbetriebes. Auch hier wurde die Einsatzstelle ausgeleuchtet und alle Einsatzkräfte durch das THW verpflegt.
Allgemeines
Gausmann dankte den Vertretern aus Politik und den „Blaulichtorganisationen“ für die gute Zusammenarbeit. Mit den zuständigen Stellen vom Landkreis Grafschaft Bentheim wurden neue Katastrophenschutzkonzepte entwickelt und teilweise schon umgesetzt. Aus den Erfahrungen durch vergangene Hochwasserlagen wurde durch den Landkreis ein mobiles Hochwasserschutzsystem beschafft. Das THW Nordhorn ist einer von drei Materialstandorten des Systems im Landkreis. Eine neue Sandsackfüllanlage des Landes Niedersachsen wurde ebenfalls kürzlich beim THW stationiert. Zwei Netzersatzanlagen vom Land bzw. Landkreis sind in Zulauf.
Bei der Feuerwehr wurden auf Kreisebene neue Wechselladerfahrzeuge beschafft. Das bisher einzige Fahrzeug wurde kürzlich der THW-Helfervereinigung Nordhorn e.V. überlassen und hat seine Farbe in blau gewechselt. Das Fahrzeug wurde in Eigenleistung durch einige Helfer und mit Mitteln des Landkreises in den letzten Monaten umgebaut und modernisiert. Es ist nun fast fertig und soll in Zukunft in der örtlichen Gefahrenabwehr eingesetzt werden und zum Beispiel auch die genannte Ausstattung des Landkreises transportieren.
Zahlen
Tom Gausmann würdigte die Leistung der Helferinnen und Helfe sowie der Jugendgruppe. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 28.609 Dienststunden geleistet. Davon fallen 1877 Stunden auf Einsätze.
In das Dauerthema Platzmangel in unserer Unterkunft ist Bewegung gekommen. Zwar ist der Ortsverband nicht direkt in neue Baupläne einbezogen, es werden in den nächsten Jahren bundesweit 200 THW-Liegenschaften neu gebaut, aber örtliche Pläne wurden seitens des Hauptamtes endlich zur Kenntnis genommen. Die Unterkunft ist in einem guten Zustand, aber die Umkleidebereiche sind unter anderem seit Jahren zu klein.
Eine geplante Containerlösung für etwaige Erweiterung der Umkleideräume lässt auf sich warten.
Die finanziellen Mittel des THW haben sich aber allgemein und im Hinblick auf die Ausrichtung zum Thema Zivilschutz deutlich verbessert.
Die Selbstbewirtschaftungsmittel wurden ebenfalls aufgestockt. Diese Maßnahmen genügen aber noch nicht um den allgemeinen Investitionstau in allen Bereichen bundesweit schnell zu minimieren.
Feuerwehr beim THW
In der Vergangenheit konnte unsere Helfervereinigung bekanntermaßen auf dem städtischen Nachbargrundstück eigene Fahrzeughallen bauen.
In dem Zusammenhang wird nun endlich die Idee des Nordhorner Bürgermeisters und der Stadt Nordhorn in kürze Wirklichkeit. Im Zuge des Neubaus der Feuerwehr Wache Nord, zieht die Feuerwehr während der Bauphase in eine Halle der Helfervereinigung um. Die konkreten Vorbereitungen dazu sind angelaufen. Auch wenn es dann etwas eng wird auf dem Hof, freue man sich auf die Zusammenarbeit mit dem Untermieter, so Gausmann.
Zum Ende seiner Rede betonte er seinen Dank an die Organisatoren des Neujahrsempfangs und an die Helferinnen und Helfer im Allgemeinen für Ihr stetiges Engagement.
Grußworte
Die Erste Kreisrätin Sandra Cichon richtete Grußworte an die versammelten Gäste und lobte die Motivation der Helferinnen und Helfer, immer zur Stelle zu sein wenn es notwendig ist. Sie bescheinigte dem Ortsverband eine vielfältige Expertise und erwähnte die gute Zusammenarbeit in den Vogelgrippe-Lagen, bei der Planung zukünftig Hochwassereinsätze gemeinsam zu bestehen und bei der Notstromversorgung.
Anschließend betrat Stadtbaurätin Melina Schauer die Bühne. Sie dankte den Beteiligten für das Entgegenkommen bei den Planungen mit dem Provisorium der Feuerwache Nord auf dem städtischen Teil der THW-Liegenschaft. Schauer verglich diese Maßnahme mit einer Wohngemeinschaft von Studierenden.
Nach den Redebeiträgen bat Tom Gausmann seinen Stellvertreter Jens Hemeltjen und den ersten Vorsitzenden der Helfervereinigung Arne Hüsemann auf die Bühne. Es galt gemeinsam die langjährige Zugehörigkeit einiger Helferinnen und Helfer zu ehren.
Ehrungen
„Im Dienst der Humanität und freiwillig in mehrjähriger Mitarbeit im Technischen Hilfswerk zum Wohle der Allgemeinheit, für die Verdienste, die Treue und die stete Einsatzbereitschaft, hat sich eingesetzt“:
10 Jahre: Christian Arink, Jule Freese, Noah Hilkenbach.
20 Jahre: Marvin Budde.
25 Jahre: Kora Mücke, Carsten Thys, Matthias Verwold.
Von der Helfervereinigung gab es für alle ein kleines Geschenk.
Der Helfer Guido Aink bekam verspätet seine Fluthilfemedaille für sein Engagement in vergangenen Hochwassereinsätzen.
Nach den Ehrungen lud Tom Gausmann alle Anwesenden zu einem Imbiss ein, den die Fachgruppe Logistik-Verpflegung zubereitet hatte.
Fotos
Foto 1: Die geehrten Helferinnen und Helfer (v.l.n.r.): Jule Freese, Matthias Verwold, Carsten Thys, Noah Hilkenbach Guido Aink und Ortsbeauftragter Tom Gausmann. Foto: David Pretzel/THW OV Nordhorn.
Foto 2: Weitere Ehrungen erhielten (v.l.n.r.): Christian Arink, Kora Mücke und Marvin Budde. Foto: David Pretzel/THW OV Nordhorn.
Foto 3 - 7: Redebeiträge während der Veranstaltung. Fotos: David Pretzel/THW OV Nordhorn

